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Letzte Aktualisierung
am 20. 03. 2012

rauchmelder133
klaus 2007_klein

Wir gedenken
Klaus Schwenker
* 12. Mai 1950
+ 23. März  2010

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V5

Eine JU 88 A-4 mit der Kennung

V 4  +  M H

(Werk-Nr.: 1113)

wird seit dem 27.7.1943, nahe der Küste Siziliens, vermisst.

Der Flugzeugführer Otto Thiede und seine Besatzung wurde am 26.7.1943 mit der Ju 88 A-4, Flugzeugkennung: V4-MH, von Norditalien nach Foggia, Süditalien, zum Flughafen Morin befohlen. Das Kampfflugzeug gehörte zur 1. Gruppe des 

Kampfgeschwaders 1, dem

ärmelband

Aus seinem letzten Feldpostbrief konnte ich entnehmen, dass  die 1. Gruppe des Geschwaders am 25. 7. 1943 dienstfrei hatte. Am 26. 07.1943 verlegte die Gruppe, laut dem Buch -Kampfgeschader 1 “ Hindenburg “ von Gerhard Baeker- , von Viterbo nach Foggia. Hier kam schon in der Nacht vom 26.7. auf den  27. 7. 1943 für den Flugzeugführer Feldwebel Otto Thiede und seiner Crew der Einsatzbefehl zum Feindflug in der Nacht gegen die Amerikaner. Gemäß den Ermittlungen sollte die Maschine, sicherlich mit gesamter Gruppe, wohl auch mit Gruppen aus dem, ebenfalls in Foggia stationiertem KG 76, in den Raum von Gela an der Südküste Siziliens fliegen, um dort den amerikanischen Nachschub zu stören. Die Maschine meldete sich gemäß dem Stab des Kampfgeschwaders 1 noch einmal über Funk aus dem Raum Neapel. Nach letzten Erkenntnissen könnte das KG1 an der Versenkung der britischen Landungboote LCT-353 und LCT-108 vor Syrakus beteilgt gewesen sein. Die Maschine V4 + MH kehrte nicht mehr zu dem neuen Standort nach Foggia-Morin, dem heutigen Verkehrsflughafen von Foggia, zurück. Bis heute gibt es keinen Hinweis auf den Verbleib der Besatzung und des Fliegers.

Die Besatzung des Kampffliegers JU88 A-4 / V4 + MH

otto_por1Wieser Adalbert1
Rohm WenzelSchaaf Herbert2

1. Gruppe Kampfgeschwader 1 (Hindenburg)  Feldpost-Nr.: 33712A

Die Nachforschungen nach der Besatzung und der Maschine sind noch nicht beendet. Augenblicklich konzentriert man sich auf die Findung von Unterlagen in den Museen und den Archiven der Tageszeitungen von Gela, Augusta, Syrakus und Catania, die das Kriegsgeschehen vor der Küste Sizilien widerspiegeln könnten. Fest steht seit Mai 2012, dass es im Raum der möglichen Flugroute keine Flugzeugwracks gefunden wurden. Durch Fischer gefundene Flugzeugteile wurden dem jeweiligen Hafenkommandanten, einem Beamten der Küstenwachen, gegen Bezahlung übergeben. Diese Fundbücher sollen der der Küstenwache in Rom liegen. Wir werden auch dort Anfragen. Für den Mai 2013 ist eine weitere Forschungsreise nach Sizilien geplant.  

Ein eigener Satz sei mir zu dieser Recherche noch gestattet. Otto Thiede schrieb über 148 Feldpostbriefe an seine Familie, die alle erhalten geblieben sind. Briefe, eines 17 jährigen, der durch das Regime eines Wahnsinnigen innerhalb von etwas mehr als drei Jahren von einem Oberschüler zu einer perfekt funktionierenden Kampfmaschine ausgebildet wurde. Briefe, die Zeugnis ablegen, wie und in welcher Weise Menschen manipuliert wurden, deren größter Traum das Fliegen war. Briefe, die aussagen, wie ein Junge zum Mann wird und doch aufzeigen, dass die Jugend drohende Gefahren für Leib und Leben einfach wegwischt, auch noch dann, wenn ehemaligen Kameraden und Freunde ihr Leben für das Regime bereits hergeben mußten. Sie ahnten nicht, wie nahe sie doch am Tode standen.

Die Inhalte dieser Briefe haben mir eine Frage beantwortet, die lange in mir brannte. Wie konnte dieses Regime die Masse der Bevölkerung so begeistern, dass der überwiegende Teil diesem langen, mörderischen Weg eines “Durchgeknallten” bis zum bitteren Ende mit ging? Heute denke ich darüber nicht mehr nach.

letzter brief

Das kurze Leben und das Schicksal dieses Jungen hat mich so berührt, dass ich versuchen werde, auch die letzten Stunden seines Leben aufzuklären..

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