dieterrel

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am 11. 11. 2016

rauchmelder133
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Ich habe im Laufe meiner Recherchen viele Details über die Truppenteile, in denen mein Vater während des 2. Weltkrieges gedient hat, zusammen getragen. Links zu den Details dieser Einheiten findet Ihr am Ende dieses Abschnittes.


Heinrich Schwenker wurde am 20.10.1936 Berufssoldat. Er gehörte dem Friedenstruppenteil

 22. Infanterie Division

   Nachrichten Abteilung 22
mit Friedensstandort in Bremen Huckelriede an.
Sein letzter Dienstgrad (1945) war Oberwachtmeister.

 Am 29.08.1939 wurde er nach Wien versetzt und zwar zur

5. Fernsprech Bau KP. mot  645
die Kompanie war Bestandteil des Führungs-Nachrichten Regiment 40.
 

 Am 10.05.1940 wechselte er in die

7. Kompanie des Führungs-Nachrichten Regiment 40
in Unterstellung des Ober Kommandos des Heeres.
in Frankreich und

ab dem 01.02.1941 diente er in der

7. Fernsprech-Baukompanie (mot) 649,
  in Unterstellung der 16. Armee
Bekannte Orte: 8.41 Minsk - 9.41 Obloschki -
10.41 Brjansk - 1.42 Orel

Ab dem 01.04.1942 versah er seinen Dienst in der

9. Fernsprech-Instandhaltungs Kp. (mot) 651,
im Nachrichten Regiment  zur besonderen Verwendung  604
Raum: Orel - Jelna

Mit Wirkung des 19. Mai 1942 wurde er in die

3. Kompanie der Nachrichten Ersatz Abteilung 17
 versetzt. Eine Einheit des WK XVII und der späteren

D i v i s i o n  N R . 1 7 7,

hier versah er seinen Dienst als Ausbilder mit Fronterfahrung.
 Ab dem 17.9.1942 bildete er in der 

2. Fernsprech-Bau-Ausbildungs Kompanie Nachrichten Abteilung 17

und ab dem  31.08.1943 in der

2. Kompanie  der Nachrichten Ausbildungs Ersatzabteilung 17
 zukünftige Nachrichtenleute aus, bis er am 23.12.1943 in die

3. Fernsprech-Marschkompanie, Nachrichten Ersatz Abteilung 17
versetzt wurde, in der sein Fronteinsatz zum

Nachrichten-Panzer-Armee-Oberkommando 1

vorbereitet wurde. Mit Wirkung 04.01.1944 diente er in der Einheit bis zum 28.03.1944
im Raum  Uman - Charkow

Am 29.3.1944 kehrte er mit der

3. Fernsprech-Marschkompanie, Nachrichten Ersatz Abteilung 17

nach Wien zurück.

Am 14.August 1944 wurde er in die
umbenannte und neuaufgestellte,
Eliteeinheit der Wehrmacht, der

78. Volksgrenadier-Division

eingesetzt, hier kam er zur

1. Divisions-Nachrichten Kompanie 178, FP-Nr. 19363,

Im Januar 1945 wurde die Division auf Grund ihrer Leistungen von höchster politischen Stelle in die

                 78. Volks-Sturm-Division

 umbenannt. Die Division wurde im Juli 1944 aus dem Grenadier Regiment 1543 und den Resten 

            der 78. Sturm- u. Infanterie Division

     gebildet. Vormals, bis zum 01.02.1943, trug diese Einheit die Bezeichnung

      78. Infanterie-Division.

Nach der Verleihung des EK im Februar 1945 durch Oberst Nagel verlieren sich die Spuren von Vater in der damaligen Tschechoslowakei und konnten erst im Mai 1945. in dem amerikanischen Kriegsgefangenenlager Tann/Bayern, wieder aufgenommen werden. Was passierte mit der Nachrichten-Einheit im März und April 1945? Wie kam Vater mit seinem Zug nach Bayern, wo doch die Reste der 78.Volks-Sturm-Division bei Ölmütz geschlossen in russische Gefangenschaft gehen mussten.???
 

Was ich von Vater über seine Zeit im Krieg erfahren habe:   

Vater hat ungern von der Kriegszeit erzählt. Aber ich möchte aus dieser Zeit das wenige  Gehörte wiedergeben.
Er sprach einmal davon, daß er sehr viel Glück hatte, als sein Pferd, während der Überbringung einer Nachricht, nach einem Treffer von einer Kugel oder einem Granatsplitter, unter ihm tot zusammengebrochen sei. Ansonsten, so meinte er, hätte er nicht mehr als andere Soldaten erlebt; oder meinte er vielleicht, durchlebt. Er hat auch nicht erzählt, für welche “ Leistungen ” er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse erhalten hat. Im Internet konnte ich nachlesen, wofür dieses Band steht,

das ich    zufällig auf einem seiner Bilder aufgeklebt gefunden habe.

Es ist das Band der OSTMEDAILLE, verliehen für die Teilnahme an der “ WINTERSCHLACHT im OSTEN 1941 / 42 “.

Während des Krieges heiratete mein Vater in Wien. Die Ehe wurde aber unmittelbar nach Kriegsende geschieden, da seine damalige Frau, das “ befreite Österreich ” nicht verlassen wollte, um in dem “ Nazi - Deutschland ” eine neue Heimat zu finden. Aus dieser Ehe soll 1946 oder 47 ein Sohn namens Karl Anton Schwenker hervorgegangen sein. Vater war allerdings zu diesem Zeitpunkt schon ein oder zwei Jahre in Bremen und vorher ab 1944 ununterbrochen im Felde.
Trotz aller Bemühungen konnte ich leider meinen Namensvetter bis heute nicht finden.

Im Jahre 1945 (?) wurde der Wachtmeister (Feldwebel) Heinrich Schwenker zum Oberwachtmeister (Oberfeldwebel) befördert.
Vater wurde zweimal in Rußland von der russischen Armee gefangen genommen. Das erste Mal als Verbindungsunteroffizier, während eines Nachrichtentransportes. - Auf dem Rückweg zum eigenen Kommandostand wurde er von einem russischem Spähtrupp abgefangen -. Nach seinen eigenen Angaben ließ der russische Spähtrupp ihn mit 2 Bewachern zurück. Kurze Zeit später konnte er seine beiden Bewacher überwältigen und sich wieder zur eigenen Truppe durchschlagen. Dieses Ereignis kann sich eigentlich nur während seines Fronteinsatzes im Winter 1944 zu getragen haben.
Fest steht, daß er nach dieser geglückten Flucht wieder in der  78.Volks Sturm Division, Nachrichten Abt. 178 seine “Pflicht” erfüllte.
Das zweite Mal ging er, mit den nur noch neun verbliebenen Landsern seines Zuges in russische Gefangenschaft. Die Russen sperrten alle gemeinsam in ein halb verfallenes Bahnwärterhäuschen. In der kommenden Nacht konnte der gesamte Zug unter Führung von Vater über das Dach der Ruine fliehen. Auf Grund seiner Schilderung, gehe ich davon aus, dass dieses in den letzten Wochen des  Kriegsjahres 1945 passierte. Wo und wie, oder ob überhaupt, die Gruppe es geschafft hatte, wieder auf die eigenen Reihen zu stoßen, ist mir leider unbekannt. Wahrscheinlich geschah die Gefangennahme und die Flucht aus dieser Gefangenschaft schon in Mähren oder in Böhmen und war der Beginn von einem langen Rückzug nach Westen, sowie der Suche nach der eigenen Truppe? Ach ja, am 4. Februar 1945 verlieh Oberst Wilhelm Nagel, Kommandeur der 78.VSD, Vater noch das

   EISERNE KREUZ - 2. KLASSE.   

Aus seinen Erzählungen weiß ich nur wenig über die letzten Kriegswochen. Vater und der Rest seines Zuges schlugen sich noch kämpfend von Böhmen und Mähreni nach Bayern durch. Seine letzten Kampfhandlungen sollen auch noch nach dem 8. Mai 1945 stattgefunden haben. Nach dem Passieren der tschechisch - deutschen Grenze entledigte man sich der schweren Waffen und dem sonstigen Kriegsgeschirr, das nun nicht mehr benötigt wurde. Während der Durchquerung eines bayrischen Dorfes erzählte man der Gruppe meines Vaters, das bei Tann die Amerikaner ihre Gefangenenlager auflösten und die Kriegsgefangenen nach Hause entliessen. Unverzüglich machte sich die Gruppe in Richtung Tann auf, und begab sich dort freiwillig in amerikanische Gefangenschaft.

Am 16. Juni 1945 wurde Vater der Marschbefehl in seine Heimatstadt Bremen ausgestellt. Der Transport sollte von Tann nach Bremerhaven gehen. Von dort sollte jeder Kriegsgefangene sich auf eigenen Wege in seinen Heimatort begeben. Doch auch hier hatte das Glück meinen Vater nicht verlassen. Der Zug wurde über Bremen umgeleitet und fuhr ohne Halt über Bremen-Huchting und  Bremen-Neustadt nach Bremerhaven, also 100 m an der Haustür von Vaters Haus vorbei. Als der Zug die Höhe seines Hauses in der Neckarstraße passierte, sprang Vater kurz entschlossen aus dem fahrenden Zug in eine der noch intakten Kohlenentladeanlage des Neustadt- Güterbahnhof´s und klingelte drei Minuten später an der Haustür. Die allgemeine Freude kann man sich vorstellen.

Der Entlasungsschein und Fahrbefehl nach Hause.

 Nachsatz:

 Ich habe in dem Nachlass von Heinrich Schwenker weder die Ostmedaille noch eines der verliehenen Kreuze gefunden. Er hatte auch keinen Kontakt zum Kameradenhilfswerk 78 e. V. 
Ich weiß, dass er durch den Krieg ein totaler Kriegsgegner wurde, und seither jegliche  Gewalt verabscheute. Wenn ich so zurück denke, kann ich mich auch nicht daran erinnern, dass mein Vater jemals wieder eine Schußwaffen in die Hände genommen hatte, nicht einmal auf Jahrmärkten und den Schützenfesten, die wir regelmäßig besuchten. Auch mit Spielzeugschußwaffen oder anderem Kriegs- und Waffenspielzeug  durften mein Bruder und ich nie spielen, geschweige denn, welche besitzen.
Zu Silvester fiel bei uns die Knallerei ständig aus. Wir begrüßten das neue Jahr mit Wunderkerzen und Hurra.
Mein Vater hat uns Kindern immer gelehrt, das Frieden und Freiheit die höchsten Güter der Menschheit sind. Er hat uns gelehrt, alle Menschen sind gleich, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Herkunft
.

Bekannte Kaserne:

1936 bis 1939

Bremen: Hindenburgkaserne

 

1939 bis 1943

Wien:       Breitenseer Kaserne

breitenseer

Bekannte Lazarettaufenthalt:

1.10.1943 bis 18.12.43 wegen Magenerkrankung

Reservelazarett XXIII Wien

Wohnadressen während des Krieges:

1939 bis April 1941

Bremen, Neckarstraße 70

 

Mai 1941 bis September 1942

Wien XVI, Hasnerstraße 146

 

Dezember 43 bis August 1944

Wien II, Rembrandtstraße 39 Tür 14

Erkennungsmarke:

-23-5.Fsp.Bau.Kp.mot.645

5. Fernsprech-Baukompanie (mot) 645

Dienstgrad / Beförderungen:

zum Gefreiten (lt. Foto)

im Jahre 1938 war Vater Gefreiter

 

zum Unteroffizier (lt. Heiratsurkunde)

im Jahre 1941 war er Unteroffizier

 

zum Unterwachtmeister

unbekannt

 

zum Wachtmeister

am 1.2.1943

 

zum Oberwachtmeister

unbekannt

Kriegsgefangenschaft von

Ende 1944, beim Russen. Während des Transportes zu einer Sammelstelle geflohen.

Wo, unbekannt

Kriegsgefangenschaft von

Beim Russe. Sein gesamter Zug wurde ge-
fangen enommen und in einem Bahnwärterhaus
eingesperrt. Allen gelang in der Nacht die Flucht.

?April / Mai? 1945 in der Tschechoslowakei

Kriegsgefangenschaft von

Ende Mai/Anfang Juni 45 bis zum 16.Juni 1945

In Tann/Bayern (amerikanisches Lager)

Quellenangaben.
Für meine Recherchen habe ich die Webseiten http://www.lexikon-der-wehrmacht.de, http://www.diedeutschewehrmacht.de, http://www.feldgrau.com, http://www.russlandfeldzug.de, http://www.historic.de, verschiedene Internetforen, sowie das Buch
“Die 78.Infantrie- und Sturmdivision 1938-1945” von Fritz Vetter, erschienen im Nebel Verlag GmbH, mit genehmigter Lizenzausgabe für Edition Dörfler, Zeitgeschichte, genutzt.

Über den Button (unterm Text) “ WEITERE EINHEITEN ” kommt man zu den Einheiten:
22. Inf.Div.,   177.DIV,   78. Sturm Div,   A.R. 120 / 110. Div und Seiten:
Fernsprech-Bau,   Kämpfe der 78.SD,   Nachrichtenabteilungen,  Nachrichten PzAOK1,   Kriegsgefangen,   das Ende im Osten,   das Drama von Stalingrad,   der Polenfeldzug,   Luxemburger in der Wehrmacht,   der 2. WK- Allgemein (Einheiten, Informationen),   Vermisste des WK,   Wissentschaftliche Infos,   Gedenkstätten des 2.WK,   der Soldat.

Link zur chronologischer Aufstellung von Kampfgeschehen im 2. WK

Link zum Thema “Krieg” und Gewalt

Link zu Details der 22. Infanterie Division (Bremer Division) 1939

Link zu Details der Fernsprech Bau Einheiten 1939 - 1942 meines Vaters

Link zu Details der 177. Division ( Standort Wien) 1942-1943

Link zu Details der 78. Infanterie Division (später die 78. Sturm Division) 1943-1945

Link zu Details der großen Kämpfe und Schlachten der 78. Sturm Division

Link zu Details der Nachrichten Abteilungen der Wehrmacht und speziell der Na.Ers. Abt. 17

Link zu Details zum Einsatz in dem Nachrichten Panzer Regiment 1 (Oberkommando 1)

Link zu Details des Kriegsgefangenlager der Amerikaner in Tann / Bayern 1945

Link zu Details des Artillerie Regiment 120, der Einheit von Weert 1940-1941 / 110.DIV

Link zu diversen Berichten vom Ende um Ölmütz

Link zu dem Thema “ das Drama von Stalingrad”

Link zu Info´s und Dokumenten des Polenfeldzuges

War es Mord oder eine militärische Handlung?

Luxemburger als Soldaten in der Wehrmacht

Gesammelte Werke zum Thema des 2. Weltkrieges - Kriegsverlauf - Personalien - Schlachten - Schicksale

Vermisste im 2. WK: Walter Lindner, Feodor S. Chetverikov, Otto Thiede + Besa., Wiesmüller, Herbert Holzmann

Link zu Info´s und Dokumenten der Wissenschaft und Aufarbeitung z. Thema Wehrmacht - Krieg - Wandel der Zeit

Link zu Info´s und Dokumenten von militärischen Gedenkstätten des 2. WK im In- und Ausland

Link zu Details meines Versprechen an Paul (Transport Adlerskind) und dem Gedenken an meine Freunde

Link zu Details zu den 10 Geboten und den Pflichten eines deutschen Soldaten im Felde

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